Länder-Informationen zu Bolivien

Kurzinformation:

Flache: 1 098 581 km2
Einwohner: (2000) 8,329 Mio.
Hauptstadt: Sucre
Regierungssitz: La Paz
Verwaltungsgliederung: 9 Departamentos
Amtssprachen: Spanisch, Ketschua, Aimara
Nationalfeiertag: 6. 8.
Wahrung: 1 Boliviano (Bs) = 100 Centavos (c.)
Zeitzone: MEZ – 5 Stunden

(amtlich spanisch Republica de Bolivia), Andenstaat in Sudamerika, ohne Zugang zum Meer, grenzt im Norden und Osten an Brasilien, im Sudosten an Paraguay, im Suden an Argentinien, im Westen an Chile und Peru.

Staat und Recht:

Nach der mehrfach modifizierten Verfassung von 1947 ist Bolivien eine prasidiale Republik; Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der fur funf Jahre direkt gewahlte Prasident (keine unmittelbare Wiederwahl moglich); er ernennt und entlasst die Minister. Die Legislative liegt beim Kongress (fur funf Jahre gewahlt), bestehend aus Senat (27 Mitglieder) und Abgeordnetenhaus (130 Abgeordnete). Wichtigste Parteien: Accion Democratica Nacionalista (ADN), Movimiento Nacionalista Revolucionario (MNR), Movimiento de la Izquierda Revolucionaria (MIR).

Landesnatur:

Das Hochgebirge der Anden im Westen und tropisches Tiefland im Osten bilden die naturlichen Gro?raume. Die beiden Hauptketten der Anden (Ost- und Westkordillere) mit uber 6 000 m hohen Gipfeln (Illampu 6 427 m und Illimani 6 438 m) schlie?en ein 3 000-4 000 m uber dem Meeresspiegel gelegenes Hochland (Altiplano) mit abflusslosen Becken (Titicacasee, Pooposee) ein, das nach Suden immer trockener wird. Die baumlose Hochlandsteppe (Puna) geht allmahlich in eine Hochlandwuste mit gro?en Salzpfannen uber. Vom Ostabfall der Anden, dem durch die Quellflusse des Amazonas- und La-Plata-Systems tief zertalten Bolivianischen Bergland, geht Bolivien in das ostliche Tiefland uber. Im Suden reicht dieses bis in das trockenhei?e Buschland des Gran Chaco, im Norden bis in das feuchthei?e Randgebiet des Amazonasbeckens. Das Klima Boliviens ist tropisch mit geringen Schwankungen der von der Hohe abhangigen Temperaturwerte; die Niederschlage nehmen von Osten nach Westen und von Norden nach Suden ab.

Bevolkerung:

Etwa die Halfte der Bevolkerung sind Hochlandindianer (Ketschua, Aimara), rund ein Drittel Mestizen (Cholos), etwa 15 % Wei?e, meist spanischer Herkunft (herrschende Oberschicht) und 3 % Schwarze; die Zahl der Tieflandindianer (Guarani) ist gering. Obwohl das Hochland nur ein Drittel der Gesamtflache des Landes ausmacht, leben vier Funftel aller Einwohner in Hohen uber 3 000 m. Das wirtschaftlich wenig entwickelte Tiefland im Norden und Osten ist sehr dunn besiedelt (z. T. weniger als 1 Einwohner/km2). Die jahrliche Bevolkerungszuwachsrate liegt bei 2 %; gro?te Stadte sind La Paz (einschlie?lich El Alto), Santa Cruz, Cochabamba, Oruro, Sucre und Potosi.- rund 85 % der Bevolkerung gehoren der katholischen Kirche an, rund 9 % protestantischen Kirchen; es gibt eine kleine judische Gemeinde und in geringer Zahl Anhanger traditioneller indianischer Religionen.- Die allgemeine Schulpflicht (6.-12. Lebensjahr) wird von etwa 85 % der Kinder wahrgenommen; die Analphabetenquote liegt bei 23 %. Universitaten in Sucre (gegrundet 1624) und La Paz (1830), Fachschulen (als Universitat oder TU bezeichnet) in Cochabamba, Santa Cruz, Oruro, Potosi, Tarija, Trinidad.

Wirtschaft und Verkehr:

Trotz seines Reichtums an naturlichen Ressourcen (Bodenschatze, Walder, Wasserkraft) ist Bolivien ein Entwicklungsland mit einem der niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen in Lateinamerika, einer hohen Arbeitslosenquote und Unterbeschaftigung. Hauptursachen sind unzureichende Verkehrserschlie?ung und Energieversorgung, Kapitalmangel, lange Zeit einseitige Abhangigkeit der Wirtschaft vom Bergbau; seit Mitte der 80er-Jahre markt- und stabilitatsorientierte Umstrukturierung. Die Tilgung der offentlichen Auslandsschulden beansprucht einen wesentlichen Teil der Exporterlose.- Altiplano und das Bolivianische Bergland haben gro?e Erzvorkommen. Gefordert werden v. a. Zinn-, Zink-, Blei-, Kupfer-, Wolfram-, Antimon- sowie neuerdings verstarkt Gold- und Silbererze; die Andenrandzone im Sudosten ist reich an Erdol und Erdgas.- Die trotz Agrarreform (ab 1952) wenig effektive Landwirtschaft beschaftigt rund 44 % der Erwerbstatigen, hat aber nur einen Anteil von weniger als einem Funftel des Bruttoinlandsprodukts und deckt nicht den Eigenbedarf. Die gro?betriebliche Rinderhaltung im ostlichen Tiefland gewinnt neben dem Anbau von Zuckerrohr, Reis, Kaffee, Soja und Baumwolle zusehends an Bedeutung. Auf dem Altiplano dominiert der Anbau traditioneller Nahrungsmittel (Getreide, Kartoffeln, Quinoa). Der illegale Anbau von Kokastrauchern hat sich seit den 70er-Jahren um ein Mehrfaches erhoht. Uber die Halfte des Landes ist bewaldet; forstwirtschaftliche Nutzung bisher nur in geringem Ma?.- Die Industrie erzeugt v. a. Konsumguter fur den heimischen Bedarf; ferner gibt es Metallverhuttung, Erdolraffinerien, chemische Industrie, Zement-, Papierfabriken. Ausfuhrguter sind Zink, Soja, Gold, Zinn, Holz, Erdgas und Silber. Haupthandelspartner: USA, Argentinien, Brasilien.

Das Stra?ennetz (rund 41 000 km) ist ausbaubedurftig. Die Eisenbahn (West- und Ostnetz, zusammen 3 697 km) verbindet Bolivien mit den chilenischen Ausfuhrhafen, mit Peru, Argentinien und Brasilien; Binnenschifffahrt (v. a. Fahrschiffe) besonders auf dem Titicacasee. Bolivien hat einen vertraglich geregelten Zugang zum Rio Paraguay und Rio Parana. Durch einen von Argentinien eingeraumten Freihafen bei Rosario erhielt Bolivien Zugang zum Atlantischen Ozean. Erdolleitungen (u. a. nach Arica in Chile) und Erdgasfernleitungen (2 300 km); internationale Flughafen: La Paz und Santa Cruz; nationale Fluggesellschaft: Lloyd Aereo Boliviano.

Geschichte
Kolonialzeit:

Bolivien gehorte in prakolumbianischer Zeit zum Inkareich und wurde 1538 von den Spaniern erobert. Es war dann Teil des spanischen Vizekonigreichs Peru und gehorte seit 1776 zum Vizekonigreich Buenos Aires (La Plata). Auf dem Gebiet Boliviens lagen die Silbervorkommen von Potosi, die bis Ende des 18. Jahrhunderts Hauptquelle des spanischen Silberreichtums waren. Nach seinem Sieg bei Ayacucho (1824) rief A. J. de Sucre am 6. 8. 1825 die Unabhangigkeit des Landes Bolivia (nach S. de Bolivar) aus. Erster Prasident wurde S. de Bolivar (bis 1826).

Union bis Chacokrieg:

Die peruanisch-bolivianische Union bestand nur 1836-39. Als Bundesgenosse Perus nahm Bolivien 1879/80 am Salpeterkrieg gegen Chile teil und verlor 1884 seine Kustenprovinz Antofagasta an Chile. 1903 musste es die reiche Provinz Acre an Brasilien abtreten. Im Ersten Weltkrieg brach Bolivien 1917 die diplomatischen Beziehungen zum Deutschen Reich ab. Wirtschaftlich geriet es unter den Einfluss der USA. 1932-35 fuhrte Bolivien den verlustreichen Chacokrieg gegen Paraguay, um sich einen Zugang zum Meer zu verschaffen; der Friede vom 21. 7. 1938 sicherte nur einen schmalen Zugang zum Rio Paraguay.

Nachkriegszeit bis heute:

Seitdem folgten Bauernunruhen, sozialrevolutionar bestimmte Staatsstreiche und Militarputsche aufeinander. Gestutzt auf den MNR, verstaatlichte Prasident V. Paz Estenssoro die Zinnminen (1952) und leitete eine Landreform ein (1953). Die folgenden Jahre waren gepragt von wirtschaftlichen Schwierigkeiten und politischer Radikalisierung. 1964 ubernahm nach mehreren Putschen die Armee unter General Rene Barrientos Ortuno die Macht. Er zerschlug 1967- mithilfe der USA- die Guerilla-Organisation von »Che« Guevara. General Alfredo Ovando Candida (1969-71) versuchte mit einem linksorientierten Programm, die politischen und wirtschaftlichen Probleme zu losen. Bis 1980 wurde Bolivien von militarischen Gruppierungen beherrscht, die durch Putsche einander ablosten (u. a. unter General Hugo Banzer Suarez, 1971-78). Der nach langen Auseinandersetzungen um eine demokratische Staatsform als Kandidat der gema?igten Linken (»Union Democrata Popular«, UDP) 1980 gewahlte Prasident Hernan Siles Zuazo konnte erst 1982 sein Amt antreten. Die Wahlen von 1985 gewann Paz Estenssoro fur den MNR, doch zeigte auch sein Sanierungsprogramm (u. a. Abbau der Subventionen, Lohnstopp, Privatisierung von Staatsunternehmen) zunachst wenig Erfolg. Seit 1986 erholt sich die Wirtschaft langsam. Bei den Prasidentschaftswahlen vom Mai 1989 und Juni 1993 erzielte kein Kandidat die absolute Mehrheit, deshalb bestimmte das Parlament im August 1989 Jaime Paz Zamora (MIR), im August 1993 Gonzalo Sanchez de Lozada zum Prasidenten. Neben der Bewaltigung der wirtschaftlichen Probleme bemuhten sich die verschiedenen Regierungen, zunehmend erfolgreich, um die Festigung der Demokratie, Verwaltungs- sowie Sozialreformen sowie die Bekampfung der Drogenkriminalitat, besonders des Drogenhandels. Bei den Prasidentschaftswahlen 1997 setzte sich der ehemalige General Hugo Banzer Suarez durch, der 2001- auch aus gesundheitlichen Grunden – zugunsten von Vizeprasident Jorge Quiroga zurucktrat.

Mit der Uberlassung von Nutzungsrechten an der peruanischen Hafenstadt Ilo (mit Freihandelszone fur zunachst 50 Jahre und der Verpachtung eines 5 km langen Kustenstreifens) erhielt Bolivien 1993 erstmals seit 1879 wieder einen Zugang zum Meer. 1994 setzten Bolivien und Paraguay einen endgultigen Schlussstrich unter den Chacokrieg.

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