Allgemeine Infos Venezuela

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Länder-Informationen zu Venezuela

Kurzinformation:

Flache: 912 050 km2
Einwohner: (2000) 23,853 Mio.
Hauptstadt: Caracas
Verwaltungsgliederung: 20 Bundesstaaten, der Distrito Federal um die Hauptstadt Caracas,
2 Bundesterritorien und die Dependencias Federales
Amtssprache: Spanisch
Nationalfeiertag: 5.7.
Wahrung: 1 Bolivar (Bs.) = 100 Centimos (c, cts)
Zeitzone: MEZ y 5 Stunden

(amtlich spanisch Republica de Venezuela), Staat im Norden Sudamerikas, grenzt im Norden an das Karibische Meer und den offenen Atlantik, im Westen an Kolumbien, im Suden an Brasilien und im Osten an Guyana.

Staat und Recht:

Nach der am 1.1.2000 in Kraft getretenen Verfassung (am 15.12.1999 durch Referendum gebilligt) ist Venezuela eine prasidiale Bundesrepublik. Staatsoberhaupt, oberster Inhaber der Exekutive (Regierungschef) und Oberbefehlshaber der Streitkrafte ist der Prasident (auf 6 Jahre direkt gewahlt; einmalige unmittelbare Wiederwahl moglich). Er ernennt und entlasst die Mitglieder der Regierung, bestimmt die Richtlinien der Politik und kann Gesetze sowie die Verfassung au?er Kraft setzen. Die Legislative liegt nunmehr beim Einkammerparlament (Nationalversammlung, 165 Abgeordnete, fur 5 Jahre gewahlt). Einflussreichste Parteien: Movimiento V Republica (MVR), Accion Democratica (AD), Proyecto Venezuela (PRVZL), Movimiento al Socialismo (MAS), Partido Social-Cristiano (»Comite de Organizacion Politica Electoral Independiente«, COPEI), Causa Radical (CR), Patria Para Todos (PPT) und Convergencia Nacional (CN).

Landesnatur:

Venezuela erstreckt sich vom Tiefland des Maracaibobeckens (mit dem Maracaibosee) im Nordwesten uber die Kordillere von Merida (im Pico Bolivar 5 002 m uber dem Meeresspiegel), die sich als Doppelstrang in der karibischen Kustenkordillere (bis 2 765 m uber dem Meeresspiegel) fortsetzt, uber das Tiefland des Orinoco mit seinen Uberschwemmungssavannen (Llanos) bis zum Bergland von Guayana im Sudosten. Im au?ersten Suden hat Venezuela Anteil am Amazonastiefland. Das tropische Klima bringt hohe Temperaturen (in den Hohenlagen gemildert) und, besonders an den Hangen der Kordilleren (mit Ausnahme der Nordkuste) und im Bergland von Guayana, hohe Niederschlage im Sommer.

Bevolkerung:

Die meisten Bewohner Venezuelas sind Mischlinge, v. a. Mestizen (rund 70 %). Die etwa 9 % Schwarzen leben v. a. im karibischen Kustengebiet. Der Anteil der Wei?en (20 %) hat seit 1945 durch starke Einwanderung, besonders von Spaniern und Italienern, zugenommen. Nur wenige Indianer (1 %) leben noch im au?ersten Nordwesten, im Orinocodelta und im Bergland von Guayana. Hauptsiedlungsgebiete sind die Gebirge im Nordwesten und ihre Randzonen. Rund 83 % der Bevolkerung gehoren der katholischen Kirche an, etwa 8 % protestantischen Kirchen (besonders den stark wachsenden Pfingstkirchen). Die judische Gemeinschaft zahlt rund 20 000 Mitglieder. Eine religiose Besonderheit bildet die in Venezuela entstandene afroamerikanische Religion Maria Lionza. Es besteht allgemeine Schulpflicht vom 8. bis 13. Lebensjahr. Die Analphabetenquote betragt 7,8 %. Einschlie?lich einer Fernuniversitat hat Venezuela 33 staatliche und private Universitaten.

Wirtschaftsbasis des ehemals agrarisch ausgerichteten Staates ist das Erdol. Die 1976 verstaatlichte Erdolindustrie erbringt drei Viertel der Export- und zwei Drittel der Staatseinnahmen. Mit einer Fordermenge von etwa 160 Millionen Tonnen lag Venezuela 1998 weltweit an 6. Stelle. Der Hauptteil der Erdolforderung stammt aus dem Maracaibobecken. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Lagerstatten des Orinocogebietes, in dem sich auch bedeutende Olsandvorkommen befinden. Rasch wachsende wirtschaftliche Bedeutung erlangt die Erdgasforderung. Ein weiteres Bergbauprodukt ist Eisenerz (uber 60 % Fe-Gehalt; Forderzentrum Cerro Bolivar), das uberwiegend exportiert wird (v. a. in die USA). Eisenerzbergbau und Eisen schaffende Industrie wurden 1975 verstaatlicht, in den 1990er-Jahren ist jedoch eine Privatisierung staatlicher Betriebe eingeleitet worden. Weiterhin werden Manganerz, Gold, Diamanten und Bauxit gewonnen. Venezuela verfugt au?erdem uber Vorkommen an Nickel, Kupfer-, Blei- und Zinkerzen. Wichtige Industriezweige sind die Nahrungsmittel- und Genussmittel-, Textil-, petrochemische Industrie sowie Eisen-, Stahl- und Aluminiumerzeugung. Die Elektroenergieerzeugung erfolgt zu uber 50 % durch das Wasserkraftwerk Guri (8 800 MW) am Rio Caroni. Nur rund 20 % der Gesamtflache werden landwirtschaftlich genutzt, etwa 70 % davon sind in Staatsbesitz. Hauptanbauprodukte sind Zuckerrohr, Mais, Reis, Kaffee (bis 1925 wichtigstes Exportgut), Baumwolle, Maniok, Gemuse und tropische Fruchte (Bananen, Orangen, Ananas). Haupthandelspartner sind die USA, Deutschland, Kolumbien und Japan.

Das Land wird von einem weitmaschigen Stra?ennetz durchzogen (etwa 96 000 km, davon sind rund 33 000 km asphaltiert). Autobahnen verbinden die Gro?stadte Caracas und Valencia miteinander und mit ihren Hafen La Guaira und Puerto Cabello. Eine Eisenbahnverbindung besteht zwischen Barquisimeto, Puerto Cabello und Acarigua (336 km). Der untere Orinoco ist fur Seeschiffe bis Ciudad Bolivar schiffbar; der Hafen Puerto Ordaz wurde fur den Abtransport von Eisenerz ausgebaut. Wichtigste Seehafen sind La Guaira, Puerto Cabello und Maracaibo (Erdolexport). Der binnenlandische Flugverkehr ist gut ausgebaut. Wichtigster internationaler Flughafen ist »Simon Bolivar« nahe Caracas.

Geschichte:

Das Gebiet von Venezuela, obwohl schon sehr lange besiedelt (alteste Keramik um 2500 v. Chr.), gehorte keiner der gro?en altamerikanischen Kulturen an, die engsten Beziehungen hatte es zum karibischen Raum. Kolumbus entdeckte die Kuste auf seiner dritten Reise (1498), Alonso de Hojeda (* um 1473, +1515 oder 1516) gelangte 1499 zum Golf von Maracaibo und gab nach den indianischen Pfahlbauten dem Land den Namen Venezuela (»Klein-Venedig«). Die Welser erhielten 1528 von Kaiser Karl V. das Recht zur Kolonisation. Gegensatze zwischen ihnen und den Spaniern brachten Venezuela wieder an die spanische Krone. 1577 wurde Caracas (gegrundet 1567) Sitz eines Gouverneurs, 1777 wurde das Generalkapitanat Venezuela geschaffen. Die Loslosung von der spanischen Herrschaft begann, nach vergeblichen Versuchen 1797 und 1806, mit der Revolution in Caracas 1810 unter der Fuhrung S. Bolivars. 1811 wurde die Unabhangigkeit erklart, die erst nach wechselvollen Kampfen 1821 Realitat war. Seit 1819 gehorte Venezuela zu der von Bolivar gegrundeten Republik Gro?-Kolumbien, nach deren Zerfall 1829/30 wurde es selbststandig. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein pragten aber Burgerkrieg und Diktaturen das Land. Seit den 1920er-Jahren profitierte Venezuela von seinen Erdolvorkommen und entwickelte sich auf dieser Grundlage zu einem der modernsten lateinamerikanischen Staaten. Im Zweiten Weltkrieg entstanden neue politische Parteien, die sich den drangenden sozialen Fragen zuwandten (z. B. 1941 die Demokratische Aktion, AD). Die AD, 1945-48 erstmals an der Macht, wurde zwar nach dem Putsch des Militars gegen Prasident R. Gallegos (gewahlt 1947) verboten, aber nach dem Sturz des Diktators Marcos Perez Jimenez (1958) war sie erneut die starkste politische Kraft. 1964 erlebte Venezuela den ersten verfassungsma?igen Prasidentenwechsel. Soziale Unruhen konnten beigelegt werden, auch gelang die Eindammung der Guerillabewegung, deren Aktivitaten 1962-65 ihren Hohepunkt erreicht hatten. 1968-83 wechselten AD und die christlich-soziale COPEI in der Regierungsverantwortung einander ab; die Wahlen 1983 (Jaime Lusinchi) und 1988 gewann die AD. Im Februar 1989 wurde Carlos Andres Perez zum zweiten Mal (erstmals 1973-78) ins Amt des Prasidenten gewahlt. Sein Programm zur Sanierung der Staatsfinanzen zeigte zwar 1990 erste Erfolge, doch kam es immer wieder zu Massenprotesten gegen die rigorose Wirtschaftspolitik, im Februar 1992 zu einem (gescheiterten) Militarputsch von H. Chavez Frias. Im August 1993 wurde Perez wegen des Vorwurfs der Unterschlagung offentlicher Gelder durch das Parlament abgesetzt. Die Wahlen im Dezember 1993 gewann der parteilose Rafael Caldera als Kandidat eines linksgerichteten Parteienbundnisses. Seine Regierung suchte der sich verscharfenden Wirtschaftskrise mit Programmen zur Reduzierung des Haushaltsdefizits (u. a. Privatisierung des Erdolsektors sowie anderer Staatsbetriebe) zu begegnen. Die Prasidentschaftswahl im Dezember 1998 gewann H. Chavez Frias mit einem populistischen Programm. Seine Plane zum Umbau von Staat und Gesellschaft leitete er ein mit der Wahl einer verfassunggebenden Versammlung (Juli 1999), in der seine Anhanger eine breite Mehrheit erlangten; die neue Verfassung, die die Stellung des Prasidenten starkt, wurde im Dezember 1999 durch Referendum angenommen, die danach angesetzten erneuten Prasidentschaftswahlen bestatigten Chavez im Juli 2000 mit gro?er Mehrheit. Populistische Aktionen (Plan »Bolivar 2000«), zum Teil umstrittene Eingriffe in die Arbeit von Parlament, Justiz und Medien sollen der Erneuerung des Landes dienen. Nach teilweise blutigen Massenprotesten wurde Prasident Chavez im April 2002 abgesetzt, die Macht ubernahm kurzzeitig Pedro Carmona Estanga. Nach zwei Tagen Arrest ubernahm jedoch Chavez wieder das Prasidentenamt…

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Venezuela Rundreise

Ein Abenteuer- und Pionierland. Seit seiner Entdeckung im 15. Jahrhundert gilt es als Eingangstor für Südamerika. Von 5000 m hohen Ausläufern der Anden über das Guyana-Hochland mit den steil aufragenden Tafelbergen und dem höchsten Wasserfall der Welt zu den unberührten Savannen und Dschungelgebieten  des Orinoco-Beckens, erstrecken sich...

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