Länder-Informationen zu Surinam

Kurzinformation:

Flache: 163 820 km2
Einwohner: (2000) 431 000
Hauptstadt: Paramaribo
Verwaltungsgliederung: 10 Distrikte
Amtssprache: Niederlandisch
Nationalfeiertag: 25. 11.
Wahrung: 1 Suriname-Gulden = 100 Cent
Zeitzone: MEZ – 4 Stunden und 30 Minuten

(amtlich niederlandisch Republiek van Suriname), Staat im Nordosten Sudamerikas, grenzt im Norden an den Atlantik, im Westen an Guyana, im Suden an Brasilien, im Osten an Franzosisch-Guayana.

Nach der Verfassung von 1987 ist Surinam eine prasidiale Republik. Staatsoberhaupt ist der vom Parlament auf 5 Jahre gewahlte Prasident mit umfassenden Exekutivbefugnissen. Ihm steht der Staatsrat mit Kontroll- und Beratungsfunktionen zur Seite. Der Vizeprasident ist als Regierungschef dem Prasidenten verantwortlich. Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung (51 Abgeordnete, fur 5 Jahre gewahlt). Parteien: Neue Front (NF, Vierparteienkoalition), Nationaldemokratische Partei (NDP), Demokratische Alternative 91 (DA 91).

Landesnatur:

Surinam liegt im Bereich der Nordabdachung des Berglandes von Guayana, das seine gro?te Hohe im Zentrum des Landes im Wilhelminagebirge erreicht (Juliana Top, 1 280 m uber dem Meeresspiegel). Das im Norden anschlie?ende Hugelland leitet zur mit Sumpfen und Strandwallen durchsetzten Kustenebene uber, die durch Anwendung des niederlandischen Poldersystems zum Hauptagrargebiet des Landes wurde. Das Klima ist tropisch mit einer langen Regenzeit im Sommer und einer kurzeren im Winter.

Bevolkerung: nov 29, 2014

Die Bevolkerung konzentriert sich auf die Kustenebene, besonders auf die Hauptstadt und deren Umgebung. Neben den Nachkommen der ursprunglichen indianischen Bewohner (3 %; Aruak, Kariben) finden sich Kreolen (31 %), Schwarze (10 %; Buschneger oder Maron), Javaner (15 %), Inder (37 %), Chinesen und Europaer. Schatzungsweise die Halfte der in Surinam geborenen Bevolkerung lebt heute in den Niederlanden. Uber 40 % der Bevolkerung sind Christen, rund 26 % Hindus, rund 20 % Muslime. Daneben gibt es Buddhisten sowie Anhanger traditioneller afrikanischer und indianischer Religionen. Es besteht Schulpflicht vom 7. bis 12. Lebensjahr. Die Analphabetenquote betragt 7 %. Es gibt eine Universitat in Paramaribo (gegrundet 1968).

Wirtschaft und Verkehr:

Auf dem Abbau von Bauxit und dessen Verarbeitung beruhen die Haupteinnahmen (mit Tonerde und Aluminium etwa 80 % des Exports). Bauxit wird seit 1916 im ostlichen Hugelland abgebaut. Seit Inbetriebnahme (1964) des Kraftwerks am Brokopondostausee des Suriname kann die Weiterverarbeitung in einem Aluminiumwerk am Suriname durchgefuhrt werden. In jungster Zeit gewinnt aber auch die Forderung von Gold, Erdol (bei Paramaribo), Eisenerz, Magnesium, Kupfer, Nickel, Platin und Kaolin an Bedeutung. Die Landwirtschaft ist fast ganz auf die Kustenebene beschrankt. Hauptsachlich werden Reis, Bananen und Zitrusfruchte angebaut. Die Holzwirtschaft kann auf reiche Vorrate zuruckgreifen, da rund 90 % des Landes bewaldet sind. Wichtigste Handelspartner sind v. a. die USA, die Niederlande und Norwegen.

Das Strassennetz hat eine Lange von rund 4 530 km, davon sind etwa 1 180 km asphaltiert. Zwei einspurige Bahnlinien (80 und 86 km lang) fuhren zum Brokopondostausee. Die Binnenschifffahrt verfugt uber 1 500 km schiffbare Flusse und Kanale. Wichtigster Hafen ist Paramaribo. Internationaler Flughafen ist Zanderij, 50 km sudlich der Hauptstadt.

Geschichte:

Bei der Aufteilung Guayanas im Vertrag von London (1816) erhielten die Niederlande Surinam, das als Kolonie Niederlandisch-Guayana verwaltet wurde. 1863 Abschaffung der Sklaverei; Einwanderung von Chinesen, Indern und Javanern. 1954 bekam Surinam den Status eines autonomen, gleichberechtigten Teils des Mutterlandes. 1975 wurde Surinam unabhangig. Die ersten allgemeinen Wahlen gewann eine kreolische Koalition. Nach einem Putsch ubernahm 1980 ein Militarrat unter D. Bouterse die Macht. In den folgenden Jahren wurde Surinam von inneren Unruhen erschuttert. Eine 1985 gebildete Nationalversammlung arbeitete eine Verfassung aus und ernannte 1987 Bouterse (Nationaldemokratische Partei, NDP) offiziell zum Staatsoberhaupt. Die Parlamentswahlen im selben Jahr gewann das oppositionelle Bundnis Front fur Demokratie und Entwicklung (FDO, Vorganger des Bundnisses NF), mit R. Shankar stellte es den Prasidenten. 1990 unterbrach ein gleichfalls von Bouterse gefuhrter Putsch die demokratische Entwicklung, Neuwahlen 1991 brachten wiederum eine Mehrheit fur die FDO. Ihr Kandidat R. Venetiaan wurde Prasident. 1995 wurde Surinam Mitglied der CARICOM. Bei den Prasdentschaftswahlen 1996 setzte sich J. A. Wijdenbosch (NDP) durch. Die vorgezogenen Neuwahlen zum Parlament 2000 gewann die NF unter Venetiaan, der somit erneut Staatsprasident wurde.

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