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Länder-Informationen zu Peru

dec 5, 2014 –
Kurzinformation:

Flache: 406 752 km2
Einwohner: (2000) 5,586 Mio.
Hauptstadt: Asuncion
Verwaltungsgliederung: 17 Departamentos und der Hauptstadtbezirk
Amtssprachen: Spanisch, Guarani
Nationalfeiertage: 14. und 15.5.
Wahrung: 1 Guarani (G)= 100 Centimos (cts)
Zeitzone: MEZ – 5 Stunden

(amtlich Republica del Paraguay), Binnenstaat in Sudamerika, grenzt im Nordwesten und Norden an Bolivien, im Osten an Brasilien, im Suden und Westen an Argentinien.

Staat und Recht:

Nach der Verfassung vom 22. 6. 1992 ist Paraguay eine prasidiale Republik. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der auf 5 Jahre direkt gewahlte Prasident (Wiederwahl nicht moglich). Er ist Oberbefehlshaber der Streitkrafte und ernennt die Mitglieder des Kabinetts. Die Legislative liegt beim Zweikammerparlament, bestehend aus Senat (45 Mitglieder) und Abgeordnetenhaus (80 Abgeordnete); die Legislaturperiode betragt 5 Jahre. Einflussreichste Parteien: National-Republikanische Vereinigung-Colorado Partei (ANR-PC), Authentische Liberal-Radikale Partei (PLRA), Partei der Nationalen Begegnung (PEN).

Landesnatur:

Paraguay besitzt uberwiegend Flachlandcharakter. Es wird vom Fluss Paraguay in zwei Gro?einheiten geteilt. Ostlich des Stromes erstreckt sich ein subtropisches Tafel- und Bergland, reich an Niederschlagen, mit immergrunen Waldern. Es bricht in einer Stufe zur fruchtbaren, weniger feuchten Parana-Paraguay-Senke ab, in deren sudlichem Teil sich weite Sumpf- und Uberschwemmungsgebiete erstrecken. Im Westen breitet sich die trocken-hei?e Aufschuttungsebene des Gran Chaco aus; sie ist uberwiegend mit Savannen, Quebrachowaldern und Dornbuschformationen bedeckt.

Bevolkerung:

Rund 95 % der Einwohner sind Mestizen, etwa 3 % Indianer (Guarani), die ubrigen Europaer und Asiaten. Hauptlebensraum ist die Ostregion; rund drei Viertel der Bevolkerung leben im Gebiet um die Hauptstadt Asuncion. In der dunn besiedelten Westregion leben nur 3 % der Gesamtbevolkerung, v. a. Indianer und Mennoniten (meist deutscher oder schweizerischer Herkunft). Das jahrlicheBevolkerungsswachstum ist mit 2,6 % (1995-2000) das hochste in Sudamerika. Rund 93 % der Bevolkerung gehoren der katholischen Kirche (bis 1992 Staatskirche) an, uber 4 % protestantischen Kirchen (v. a. Mennoniten, Baptisten und Pfingstler). Allgemeine Schulpflicht besteht vom 7. bis 14. Lebensjahr. Die Analphabetenquote betragt 7,9 %. Paraguay hat eine staatliche (gegrundet 1890) und eine katholische Universitat (gegrundet 1960) in Asuncion sowie weitere Hochschulen.

Nach seinem Bruttosozialprodukt (BSP) je Einwohner zahlt Paraguay zu den Entwicklungslandern mit mittleren Einkommen. Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft (Anteil von uber einem Viertel am Bruttoinlandsprodukt), bei der die Viehwirtschaft (v. a. extensive Rinderhaltung in den Savannengebieten) fuhrend ist. Der Anbau der Grundnahrungsmittel Mais, Maniok und Bataten sowie der Exportprodukte Baumwolle, Sojabohnen, Erdnusse erfolgt v. a. in der Ostregion. Vorherrschend sind kleinbauerliche Betriebe, die sich mit Unterstutzung der katholischen Kirche in Kooperativen zusammengeschlossen haben. Trotz mehrerer Agrarreformen bewirtschaften Gro?betriebe (3 % aller Betriebe) aber nach wie vor 80 % der landwirtschaftlichen Nutzflache. Forstwirtschaftlich genutzt werden etwa 30 % der Waldflache; auch Gewinnung von Tannin, atherischen Olen u. a. Erschlie?ungsarbeiten am Parana haben zu gro?flachiger unkontrollierter Abholzung gefuhrt. Nachgewiesene Eisen-, Mangan- und Kupfererze werden noch kaum ausgebeutet. In Zusammenarbeit mit Brasilien wurde 1991 das Gro?kraftwerk Itaipu (12 600 MW) am Parana fertig gestellt. Die Industrie verarbeitet in erster Linie landwirtschaftliche Erzeugnisse und Holz.

Wichtigste Verkehrstrager fur den Au?enhandel sind die Flusse Paraguay und Parana; bedeutendster Binnenhafen ist Asuncion. Paraguay hat Freihafenrechte in Buenos Aires, Santos, Paranagua und Antofagasta. Einzige wichtige Eisenbahnstrecke ist die staatliche Verbindung von Asuncion nach Encarnacion (441 km). Von rund 60 000 km Stra?en sind nur knapp 3 000 km asphaltiert. Paraguay hat 705 km Anteil an der Carretera Panamericana. Nationale Fluggesellschaft: Lineas Aereas Paraguayas (LAPSA; 1994 privatisiert); internationale Flughafen in Asuncion und Ciudad del Este.

Geschichte:

Das 1537 von Spanien gegrundete Asuncion wurde Kolonisationsmittelpunkt des oberen La-Plata-Gebietes. 1609 errichteten die Jesuiten bei den Guarani-Indianern Missionsstationen (Reduktionen), aus denen am Mittellauf des Uruguay und Parana der Jesuitenstaat entstand. Obwohl ohne geschlossenes Territorium, brachten es die Reduktionen durch Anpassung an die Sitten der Guarani und einen hohen Organisationsgrad zu wirtschaftlichem Wohlstand. Nachdem 1767 die Jesuiten vertrieben worden waren, wurden die Reduktionen unter Zivilverwaltung gestellt und verfielen allmahlich. 1811 erklarte sich Paraguay unabhangig und bildete unter dem Diktator J. Francia (1814-40) einen wirtschaftlich und politisch isolierten Freistaat. Unter Francias Nachfolger C. A. Lopez offnete sich das Land wieder auslandischem Einfluss und Kapital. Sein Sohn und Nachfolger F. S. Lopez suchte im Krieg gegen Argentinien, Brasilien und Uruguay das Land aus der Umklammerung durch diese Lander zu befreien und einen Zugang zum Meer zu gewinnen. Doch Paraguay wurde wirtschaftlich vollig vernichtet (nur ein Funftel der Bevolkerung uberlebte, ein gro?er Teil des nutzbaren Territoriums ging verloren); es konnte sich erst im 20. Jahrhundert wieder erholen. Im Ersten Weltkrieg blieb Paraguay neutral. Nach dem Chacokrieg gegen Bolivien (1932-35) erhielt Paraguay im Friedensvertrag von Buenos Aires (21. 7. 1938) den gro?ten Teil des umstrittenen Chaco zugesprochen. In der Folge des Krieges wurden die Militars zur beherrschenden Macht; einflussreichste Partei war die National-Republikanische Vereinigung (ANR). Die Verflechtung zwischen diesen beiden Kraften wurde immer enger, bis 1954 General A. Stroessner nach einem Putsch als Armee-Oberbefehlshaber und ANR-Parteichef das Prasidentenamt ubernahm. 34 Jahre lang ubte er die Regierungsgewalt diktatorisch aus, formal alle funf Jahre durch Wahlen bestatigt. Am 3. 2. 1989 wurde er durch einen blutigen Putsch gesturzt, Prasident wurde General A. Rodriguez (ANR, gewahlt am 1. 5. 1989). Dieser leitete einen Demokratisierungsprozess ein: Am 1. 12. 1991 wurde eine verfassunggebende Nationalversammlung gewahlt, gleichfalls mit Mehrheit fur die ANR. Die neue Verfassung (1992) beschnitt die Rechte der Militars. Am 10.5. 1993 fanden unter internationaler Beobachtung Prasidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Die Opposition hatte sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt, es wurde der Vertreter der ANR, J. C. Wasmosy, zum Prasidenten gewahlt. Ein Militarputsch von General L. Oviedo im April 1996 endete zwar mit seiner Verhaftung und Verurteilung, doch wurde er auf Veranlassung des 1998 gewahlten Prasidenten R. Cubas Grau (ANR) amnestiert. Als der Prasident der Forderung des Parlaments, den General wieder festzusetzen, nicht nachkam, wurde ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Um dem zuvorzukommen, trat Cubas Grau im Marz 1999 zuruck. Begleitet waren diese Ereignisse von heftigen Unruhen in Asuncion, die erst ein Ende fanden, als das Parlament Senatsprasident L. Gonzalez Macchi (ANR) zum Prasidenten ernannte. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, v. a. die ausbleibende Landreform, fuhren immer wieder zu neuen Unruhen.

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