Länder-Informationen zu Kolumbien

Kurzinformation:

Flache: 1 141 748 km2
Einwohner: (2000) 42,299 Mio.
Hauptstadt: Bogota (Santa Fe de Bogota)
Verwaltungsgliederung: 32 Departamento und der Hauptstadtdistrikt
Amtssprache: Spanisch
Nationalfeiertag: 20. 7.
Wahrung: 1 Kolumbianische Peso (kol$) = 100 Centavos (c, cvs)
Zeitzone: MEZ – 6 Stunden

(amtlich spanisch Republica de Colombia), Staat im Nordwesten Sudamerikas, grenzt im Westen an den Pazifik, im Nordwesten an Panama, im Norden an das Karibische Meer, im Nordosten und Osten an Venezuela, im Sudosten an Brasilien, im Suden an Peru und Ecuador. Zu Kolumbien gehoren auch die rund 200 km vor der Kuste Nicaraguas liegenden Inseln Isla de San Andres, Isla de Providencia und Cayos de Albuquerque, die zusammen ein Departamento bilden, sowie die 2 km2 gro?e unbewohnte Pazifikinsel Malpelo.

Staat und Recht:

Nach der Verfassung vom 6. 7. 1991 ist Kolumbien eine prasidiale Republik. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der auf 4 Jahre direkt gewahlte Prasident (Wiederwahl nicht moglich); seine Vollmachten wurden durch das neue Grundgesetz eingeschrankt. Die Legislative liegt beim Zweikammerparlament, bestehend aus Senat (102 Mitglieder, davon 2 indianische Einheimische) und Abgeordnetenhaus (161 Abgeordnete, davon 5 fur ethnische Minderheiten und 2 fur Auslandskolumbianer reserviert), jeweils fur 4 Jahre gewahlt. Einflussreichste Parteien: Liberale Partei (PL), Sozial-Konservative Partei (PSC).

Landesnatur:

Kernraum des Staates sind die Anden, die sich im Suden (Gebirgsknoten: Nudo de Pasto) in drei Gebirgsketten teilen: in die Ostkordillere (Nevado del Cocuy, 5 493 m uber dem Meeresspiegel) mit ausgedehnten Hochbecken (u. a. Sabana de Bogota) in 2 500-2 800 m uber dem Meeresspiegel, die Zentralkordillere mit jungen, zum Teil tatigen Vulkanen (Nevado del Huila, 5 500 m uber dem Meeresspiegel, Nevado del Tolima, 5 215 m uber dem Meeresspiegel, Nevado del Ruiz, 5 400 m uber dem Meeresspiegel) und die Westkordillere (Cumbal, 4 790 m uber dem Meeresspiegel). Den tiefen Talfurchen (Grabenbruchen) zwischen den Gebirgszugen folgen die Hauptstrome (Rio Magdalena, Rio Cauca, Rio Atrato) zum Karibischen Meer. Den Osten und Sudosten Kolumbiens nehmen Tieflander ein, mit Feuchtsavannen (Llanos) im Norden, tropischem Regenwald im Suden. Aus dem Tiefland an der karibischen Kuste erhebt sich der isolierte Gebirgsstock der Sierra Nevada de Santa Marta mit der hochsten Erhebung des Landes (Pico Cristobal Colon, 5 775 m uber dem Meeresspiegel); im Nordwesten des pazifischen Kustentieflands die Kustenkordillere (bis 1 810 m uber dem Meeresspiegel). Das Klima ist tropisch; wesentliche Temperaturunterschiede ergeben sich durch die Hohenstufung (Tierra); Schneegrenze bei 4 600 bis 4 800 m uber dem Meeresspiegel. Hohe Niederschlage erhalten die pazifische Kustenebene, die Westabdachung der Westkordillere und das sudostliche amazonische Tiefland; besonders trocken das nordostliche Kustentiefland. Die Bevolkerung lebt v. a. in der Tierra fria (etwa 2 000-2 800 m uber dem Meeresspiegel).

Bevolkerung:

Uberwiegend Mischlinge (uber 50 % Mestizen, fast 20 % Mulatten), 20 % Wei?e, 5 % Schwarze (v. a. im pazifischen Kustentiefland), weniger als 2 % Indianer (v. a. Peninsula de Guajira, ostliches und pazifisches Tiefland, Westkordillere). Kolumbien ist nach Brasilien, Mexiko und Argentinien das bevolkerungsreichste Land Lateinamerikas. Am dichtesten besiedelt sind die Hochbecken und Gebirgstaler; 23 % der Bevolkerung leben in und um Bogota; die Tieflander im Osten sind fast menschenleer (auf 58 % der Landesflache nur 4,5 % der Bevolkerung). 74 % der Bevolkerung leben in Stadten (allein 30 % in den 4 Millionenstadten), oft uber 50 % der Bewohner in inner- und randstadtischen Elendsvierteln (Tugurios). Die Zuwachsrate der Bevolkerung ist rucklaufig (Ende der 90er-Jahre rund2 %/Jahr). Rund 93 % der Bevolkerung gehoren der katholischen Kirche an, uber 3 % verschiedenen protestantischen Kirchen. Es besteht allgemeine Schulpflicht vom 7. bis 11. Lebensjahr bei unentgeltlichem Unterricht. 235 Hochschuleinrichtungen, die gro?ten Universitaten sind in Bogota und Medellin. Analphabetenquote 8,9 %.

Wirtschaft: 

Nach seinem Bruttosozialprodukt (BSP) je Einwohner zahlt Kolumbien innerhalb Lateinamerikas zu den Landern mittleren okonomischen Entwicklungsniveaus. Trotz fortgeschrittener Industrialisierung ist die Landwirtschaft noch dominierend und beschaftigt 23 % aller Erwerbstatigen. Etwa 44 % der Gesamtflache werden landwirtschaftlich genutzt. Wichtigstes Markterzeugnis ist Kaffee, der in Hohen zwischen 600 und 1 600 m uber dem Meeresspiegel v. a. in Klein- und Kleinstbetrieben angebaut wird; rund 85 % der Ernte werden exportiert. Kolumbien erzeugt 10-15 % der Weltproduktion und steht damit hinter Brasilien an 2. Stelle. Neben Kaffee bauen die Kleinbetriebe Kartoffeln, Getreide, Hulsenfruchte, Obst und Gemuse zur Selbstversorgung und lokalen Marktbelieferung an, wahrend in Mittel- und Gro?betrieben Baumwolle, Zuckerrohr, Bananen, Tabak, Reis und seit 1974 Schnittblumen fur den Export produziert werden. Gro?e Bedeutung hat die illegale Produktion und der Handel mit Marihuana und Kokain (v. a. aus peruanischem und bolivianischem Rohmaterial), deren Umsatz wahrscheinlich den Wert der legalen Exporte Kolumbiens ubertrifft. Die Kokainkartelle von Medellin und Cali haben gro?en Einfluss in Wirtschaft, Politik und Verwaltung gewonnen. Neben bedeutenden Erdol- und Erdgaslagerstatten besitzt Kolumbien die gro?ten Steinkohlevorkommen Lateinamerikas (besonders auf der Halbinsel La Guajira, Abbau v. a. fur den Export). Weiterhin wichtig sind die Vorkommen an Edelmetallen (Gold, Silber, Platin), Smaragden (weltweit fuhrender Produzent), Eisen-, Nickel-, Kupfererzen und Steinsalz. Die Industrie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ausgebaut und weist seit Jahren eine wachsende Produktion auf. Hauptindustriezweige sind die Nahrungsmittel-, Textil- und chemische Industrie. Der Fremdenverkehr (jahrlich bis uber 1 Mio. Auslandsgaste, davon die meisten aus Venezuela, Ecuador und den USA) ist durch die Guerillatatigkeit beeintrachtigt. Hauptanziehungspunkte sind die Karibikkuste (einschlie?lich Isla San Andres), die prakolumbischen Statten im Hochland sowie die Stadte Bogota und Cartagena. Exportiert werden v. a. Kaffee, Erdol und -produkte, Kohle, Bananen, Blumen und auch Industrieerzeugnisse. Haupthandelspartner sind die USA, Venezuela und Deutschland.

Verkehr: 

Wegen der geographischen Bedingungen hat der Luftverkehr gro?e Bedeutung. Die Eisenbahn verfugt uber Strecken von 3 400 km, die aber nur teilweise genutzt werden; die Beforderungsleistung ist stark rucklaufig. Stra?enlange: 130 000 km (nur zum Teil befestigt), zum Teil als Carretera Panamericana. Wichtigste Binnenwasserstra?e ist der Rio Magdalena (rund 1 500 km schiffbar). Wichtigste Seehafen sind Buenaventura (rund 50 % aller Ein- und Ausfuhren) am Pazifik, Barranquilla, Cartagena und Santa Marta sowie Puerto Bolivar (Kohle) an der Karibik. Wichtigste Fluggesellschaft: Avianca (gegrundet 1919, zweitalteste Fluggesellschaft der Erde); daneben mehrere fur den nationalen Verkehr; internationale Flughafen in Bogota, Medellin, Cali, Barranquilla, Cartagena und auf der Isla San Andres.

1499 bis 19. Jahrhundert: 

Die Kuste Kolumbiens wurde 1499 durch A. de Hojeda und A. Vespucci entdeckt. 1536-39 unterwarf G. Jimenez de Quesada die kleinen Reiche der Muisca und begrundete das Generalkapitanat Neugranada. Es wurde 1739 ein Vizekonigreich, das die heutigen Staaten Kolumbien, Ecuador, Panama und Venezuela umfasste. Das Land lieferte v. a. Gold nach Spanien. Die spanische Herrschaft wurde im Unabhangigkeitskampf 1810-19 unter der Fuhrung S. Bolivars beseitigt; er grundete die Republik Gro?kolumbien (etwa identisch mit Neugranada). 1829/30 zerfiel dieser Staat in die Republiken Kolumbien, Ecuador und Venezuela. Nach der Prasidentschaft F. Santanders (1833-37) folgten Jahrzehnte der Instabilitat und der Kampfe um eine zentralistische oder foderalistische Staatsform. 1886 wurde durch eine Verfassung der Einheitsstaat wiederhergestellt, doch mundeten Spannungen zwischen Liberalen und Konservativen in einen Burgerkrieg (1899-1901).

Anfang 20. Jahrhundert bis 70er-Jahre:

Da Kolumbien den Bau des Panamakanals ablehnte, erklarte die Provinz Panama 1903 auf Drangen der USA ihre Unabhangigkeit. Nach jahrzehntelanger konservativer Herrschaft ubernahmen 1930 die Liberalen die Regierung. Sie leiteten wirtschaftliche und soziale Reformen ein, aber die Spaltung der Partei brachte den Konservativen 1946 die Macht zuruck. Die sozialen Konflikte eskalierten 1948 in einen Burgerkrieg, der bis 1958 200 000 Opfer forderte. Nach einem Militarputsch einigten sich im Dezember 1957 Liberale und Konservative in einer »Nationalen Front« (FTN), die die Macht paritatisch verteilte; die Prasidenten wurden im Wechsel gestellt. 1974 loste sich die FTN auf; bei den ersten freien Prasidentschaftswahlen siegte der Liberale A. Lopez Michelsen. Die weiterhin ungelosten wirtschaftlichen und sozialen Probleme fuhrten ab 1975 wieder zu Unruhen, die durch spektakulare Aktionen der Stadtguerilla und harte Polizeigewalt verstarkt wurden.

80er- und 90er-Jahre:

Der 1982 zum Prasidenten gewahlte Konservative B. Betancur Cuartas drangte den Einfluss des Militars vorubergehend zuruck. Seine Suche nach einem Ausgleich mit den Guerillaorganisationen scheiterte. Zunehmend war auch die internationale Drogenmafia in die Auseinandersetzungen verwickelt. Der liberale Prasident V. Barco (1986-90) bekampfte sie zwar, auch mithilfe der USA, doch eskalierte der Terror im Prasidentschaftswahlkampf 1989/90, bei dem drei Kandidaten ermordet wurden. Prasident C. Gaviria Trujillo (PL; 1990-94) und sein Nachfolger, E. Samper Pisano (PL; 1994-98), bemuhten sich, das Land zu befrieden und die Drogenkartelle zuruckzudrangen. Die Verfassung von 1991, die eine umfangreiche Justizreform einschlie?t, sollte die Voraussetzungen dafur schaffen, doch blieb das offentliche Leben von brutalen Auseinandersetzungen zwischen Guerilla, Drogenkartellen und Staatsgewalt bestimmt. Seit 1995 waren das innenpolitische Klima und die Beziehungen zu den USA schwer belastet, da dem Prasidenten vorgeworfen wurde, seinen Wahlkampf aus Gewinnen des Drogengeschafts finanziert zu haben. Der 1998 gewahlte Prasident A. Pastrana Arango (PSC) verstarkte die Anstrengungen um die Befriedung des Landes (Einrichtung einer entmilitarisierten Zone, Verhandlungen mit den gro?en Guerillaorganisationen, auch unter Einbeziehung europaischer Lander). So konnten sich schlie?lich im Januar 2002 die Regierung und die gro?te Guerillaorganisation FARC auf ein Waffenstillstandsabkommen einigen, das ursprunglich bis zum 7. 4. 2002 unterzeichnet werden sollte. Nach zahlreichen Attentaten und Anschlagen der FARC und schlie?lich der Entfuhrung eines Passagierflugzeugs durch mutma?liche FARC-Rebellen erklarte jedoch Prasident Pastrana Arango am 20. 2. 2002 den Friedensprozess fur gescheitert. Zugleich wurde die im Suden des Landes den FARC uberlassene neutrale Zone von Regierungstruppen militarisch besetzt.In den darauf folgenden Auseinandersetzungen wurde von den FARC die linksgerichtete Prasidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt entfuhrt. Da Pastrana Arango nicht mehr kandidieren konnte, wurde im Mai 2002 Alvaro Uribe Velez (PL), der jedoch als unabhangiger Kandidat antrat, zum neuen Staatsprasidenten gewahlt. Unter internationaler Vermittlung (auch durch die UN) will er den seit Jahrzehnten andauernden Burgerkrieg zu beenden versuchen, der bislang schatzungsweise 200 000 Menschenleben forderte.

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